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Grass Tank in Obermarchtal

Nachbericht zum Benefizkonzert für Flüchtlinge in Obermarchtal

Emotionaler Höhepunkt ganz am Ende


Das Dorfgemeinschaftshaus lebt internationale Gemeinschaft


OBERMARCHTAL Einen spannenden, bewegten, instruktiven und musikalisch hochwertigen Abend ohne kulturelle Grenzen erlebte das voll besetzte Dorfgemeinschaftshaus in Obermarchtal am Dienstag. Der vom Helferkreis für Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit der German Bluegrass Music Association e.V. (www.bluegrass-germany.de) kurzfristig angesetzte Begegnungsabend für Bevölkerung und Flüchtlinge lockte neben allen in Obermarchtal lebenden Flüchtlingen auch einige Dutzend Aufgeschlossene aus Obermarchtal und Umgebung in das Dorfgemeinschaftshaus.


Ein von syrischen Flüchtlingen bereitetes würziges Versucherle syrischer Reispfanne mit Hähnchen und Tabouleh-Salat wurde zu Beginn des Abends gereicht, was bei allen Anwesenden bestens gemundet hat. Gemeinsam Essen und Trinken, gemeinsam Musikhören, gemeinsam über das alle bewegende Thema Flucht reden, das Dorfgemeinschaftshaus wurde zur Begegnungsstätte von Christen und Moslimen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Mazedonien und dem Kosovo. Hinzu kamen die Musiker aus Tschechien (Ondra Kozak) und aus der Slowakei (Richard Ciferský), die mit ihrer Bluegrass Musik aus Kentucky den internationalen Aspekt unterstrichen, und neben Klassikern wie „Gentle On My Mind“ (John Hartford) oder „Little Maggie“ (Stanley Brothers) gekonnt auch Eigenkompositionen vortrugen. Den Flüchtlingen war die Freude und Rührung buchstäblich ins Gesicht geschrieben, darüber, dass für sie hochkarätige international bekannte Musiker nach Obermarchtal geholt wurden. Es wurde gestaunt und auch gefilmt. Die Flüchtlinge und die Einheimischen konnten bei den ca. 100 Minuten Musik und dem guten Essen gemeinsam Freude erleben, eintauchen in eine andere Welt, und dabei die Perspektivenlosigkeit, die Brutalität in einigen der Heimatländer vergessen. Auch die eigene Hilflosigkeit hierzulande rückte für diese wertvollen Momente in den Hintergrund. Alle Formalitäten verschwanden in die Unwichtigkeit.


Frau Dr. Sabine Köberle, Sprecherin des Helferkreises für Flüchtlinge, hat in einer der Pausen einen syrischen Flüchtling interviewt, der seit 01. August in Deutschland lebt, seit Mitte November in Obermarchtal. In dieser kurzen Zeit hat der 43-jährige Ingenieur aus Homs, Abdullah Orabi, die deutsche Sprache so gut erlernt, dass er verständlich berichten konnte, dass Syrien ein schönes Land war, bis 2011 der Krieg begonnen hat. Er selbst hat nach dem Abitur ein fünfjähriges Studium absolviert, und als Ölingenieur in einer Raffinerie gearbeitet. Die Religion sei weder in seinem Leben, noch in Syrien insgesamt von großer Bedeutung. Was ihn nach seiner Flucht über den Libanon, einer Fahrt mit dem Schiff in die Türkei, einem Übersetzen mit einem Schlauchboot nach Griechenland, und einem Flug nach Stuttgart am meisten bewegt, ist die Sorge um seine Frau, seinen Sohn und seine kleine Tochter. „Nicht für mich, sondern für sie habe ich diese Anstrengung unternommen. Es ist sehr gefährlich in Syrien.“ Da es keinen „legalen Weg“ von Syrien nach Deutschland gibt, erwarb er einen schwedischen Pass, um in die Freiheit und ein Land zu kommen, in dem Frieden herrscht. „Obermarchtal ist gut“, meinte er, in der Hoffnung, dass er sein Deutsch weiter verbessern und hier arbeiten kann, um baldmöglichst seine Familie aus der Heimatstadt nachholen zu können, in der Autobomben und Einbrüche den Alltag bestimmen.


Auch bestand Gelegenheit zum Gespräch, Einheimische und Flüchtlingen konnten sich austauschen und so Ängste abbauen, Ängste, die vor allem vor dem Unbekannten herrschen und in Wahrheit keine Berechtigung haben. Nach „Polka On The Banjo“, dem fetzigen „Wheel Hoss“, sowie „Can’t Buy Me Love“ und „Country Roads“ von Richard Ciferský und Ondra Kozak um 22 Uhr wurde syrische Musik eingespielt, die ein knapp 50-jähriger syrischer Flüchtling auf seinem Handy mitgebracht hatte. Es lief ein Stück, das seine 15-jährige Tochter aufgenommen hat, die derzeit auf der Flucht aus Syrien gemeinsam mit der Mutter und drei Schwestern in der Türkei ist. Tränen begleiteten die Einspielung, im Bewusstsein, dass die fünf Frauen zeitnah in ein unsicheres Schlauchboot steigen müssen, um nach Griechenland zu gelangen, ohne Gewissheit, dass sie die Überfahrt heil überstehen werden. Alle waren ergriffen, und nahmen diese Momente in ihren Herzen mit. Im Nu war nach der Musik durch den tatkräftigen Einsatz der Flüchtlinge der Saal wieder aufgeräumt.


Ausblick: Am Freitag den 11. März ab 19.30 Uhr spricht im Dorfgemeinschaftshaus in Obermarchtal Pater Alfred über das Zusammentreffen verschiedener Religionen bzw. Zusammenklatschen unterschiedlicher Kulturen. (Friedrich Hog)

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Infos zur wöchentlichen Sendung "Americana" von Friedrich Hog

Im Jahr 2016 angekommen, darf ich an dieser Stelle mitteilen, dass meine wöchentliche „Americana“-Sendung bei Radio free FM in Ulm seit Dezember 2015 dreistündig ist, jede Woche in der Nacht von Sonntag auf Montag von Mitternacht bis 3 Uhr auf UKW 102,6, im Kabel und auf www.freefm.de (button: Livestream). Die Wiederholung läuft am Samstag ab 13 Uhr bei www.countrymusic24.com. Es gibt in „Americana“ stets auch Bluegrass zu hören.


Wer die Sendungen aufzeichnen möchte, kann die cloud von www.phonostar.de nutzen: Auf dieser Website „Du bist noch nicht registriert“ anklicken, dort die e-mail-Adresse eingeben und ein Passwort wählen, sowie „Konto erstellen“ anklicken. Um Aufzunehmen, geht man jeweils auf der Website auf „Anmelden/Registrieren“, gibt seine e-mail-Adresse und das Passwort ein, und klickt dann „Anmelden“ an. Rechts oben erscheint die eigene e-mail-Adresse, diese klickt man an. Bei „Stichwort eingeben“ gibt man den Sendernamen ein, die Pfeile anklicken, die Website des Senders anklicken, dann „aufnehmen“ anklicken, dann ausfüllen: Sendungsname, Datum, Uhrzeit ..., dann „einplanen“. Regelmäßig wiederkehrende Sendungen lassen sich auch als Serie programmieren! Es funktioniert bei allen Sendern, die einen Stream unterhalten, also terrestrischen Sendern und reinen Internetradios, egal ob aus dem In- oder Ausland.


Nach erfolgter Aufnahme erhält man per e-mail den Link zum Download. Dieser geht rasch, die Sache ist bei Sendungen bis zwei Stunden kostenlos, kann aber für wenig Geld aufgestockt werden. Während der Aufnahmen muss der Rechner nicht eingeschaltet sein. Man hört die Sendungen so oft man will, wann und wo man will. Ich habe das seit etlichen Monaten am Laufen, und bin sehr zufrieden damit. Natürlich kann man über www.phonostar.de auch alle Bluegrass-Internetradios der Welt hören! (Friedrich Hog)

Walter Fuchs gibt Leitung des Bühler Bluegrassfestivals ab

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frühzeitige Kartenreservierung für das Festival ist von Vorteil, da es erstmals nummerierte Sitzplätze gibt, z.B. über www.reservix.de

USA- Musikreise 2016

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